"Kinderpornografie im Internet"
ZDF-Dokumentation zeigt, wie Ermittler gegen die Täter vorgehen

Kriminalkommissar Dieter Scholz (r.) mit einem Kollegen von der Datenverarbeitungsgruppe der Polizeidirektion Hannover. Ein beschlagnahmter Computer wird untersucht, ob sich in der Datenmenge des beschuldigten Users kinderpornografische Fotos oder Videos befinden.

Die Zahlen über Kinderpornografie im Internet sind erschreckend. Jeden Tag suchen zirka 350 000 "User" online ihren perversen Kick. 80 Prozent der Kinder, deren Fotos und Videos im Internet kursieren, sind jünger als zehn Jahre. Die Opfer leiden auch Jahre später noch an den Folgen des sexuellen Missbrauchs. ZDF-Autor Michael Heuer zeigt in seiner 45-minütigen Dokumentation "Missbrauch per Mausklick" am Mittwoch,    
20. Oktober 2010, 0.35 Uhr, wie Ermittler versuchen, den Tätern auf die Spur zu kommen.

Ein ganzes Jahr lang hat Heuer mit seinem Filmteam Kriminaloberkommissar Dieter Scholz bei seiner Arbeit begleitet, war bei Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und beim Durchsuchen der Computer dabei. Für den Beamten der Polizeidirektion Hannover ein oft zermürbender und nur schwer zu ertragender Alltag. Aber er will gegen die wachsende Bedrohung durch kinderpornografische Bilder und Videos im Internet ankämpfen: "Das Weggucken, wenn jemand auf dem Bahnsteig verprügelt wird, ist nichts anderes als das Weggucken im Internet", warnt der Kommissar. "Hier muss man immer wieder Anstöße geben, damit sich das Bewusstsein in der Bevölkerung und das Bewusstsein unserer Politiker verändert."

Die ZDF-Dokumentation zeigt auch, was an Opferhilfe und Prävention in Grundschulen getan wird. In diesem Zusammenhang wird die Arbeit von DUNKELZIFFER e.V. in Hamburg vorgestellt.

Berlin, 18. Oktober 2010