Mythos und Realität - Wer sind die Täter
Mythos: Sexuelle Übergriffe erfolgen überwiegend durch Fremde.
Realität: In den meisten Fällen stammt der Täter aus dem Familien - bzw. Bekanntenkreis. Nur in ca. 25% der Fälle handelt es sich um Fremdtäter.
Mythos: Sexueller Missbrauch geschieht hauptsächlich in unteren sozialen Schichten durch sexuell abartige Triebtäter.
Realität: Sexueller Missbrauch findet in allen sozialen Schichten statt. Die Täter unterscheiden sich durch kein äußeres Merkmal von nicht missbrauchenden Menschen. In den allermeisten Fällen sind die Täter männlich, aber auch Frauen missbrauchen Mädchen und Jungen sexuell. Sexueller Missbrauch ist keine Trieb-, sondern eine Gewalttat. Deshalb spricht man auch von sexualisierter Gewalt.
Mythos: Sexueller Missbrauch ist ein einmaliges Delikt.
Realität: Sexueller Missbrauch ist eine geplante Wiederholungstat. In vielen Fällen dauert der Missbrauch Monate und Jahre an.
Mythos: Ein Täter muss mit dem Verdacht konfrontiert werden, damit der Missbrauch aufhört.
Realität: Täter zeigen in der Regel kein Schuldbewusstsein und sind nicht bereit, die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen. Vielmehr lasten sie diese den Opfern und - bei innerfamiliärem Missbrauch - den Müttern an. Jede Konfrontation, die ohne ausreichenden Schutz für das betroffene Kind stattfindet, kann dieses gefährden.
Mythos: Mütter sind die eigentlich Schuldigen. Wenn sie ihre Männer sexuell befriedigen würden, käme es nicht zu sexueller Gewalt gegen ihr Kind.
Realität: Allein der Täter trägt die Verantwortung für den sexuellen Missbrauch. Ihm geht es um das Ausleben von Macht und Dominanz, nicht um eine sexuelle Beziehung. Viele Täter missbrauchen ein Kind und haben sexuelle Kontakte zu Frauen.